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Am 6. Mai waren wir nach Einladung durch Bürgermeisterin Julia Zupancic am Grab von Hanns Dieter Hüsch. An seinem 101. Geburtstag.
Nach den vielen Gedenkveranstaltungen im letzten Jahr nun in kleinerer Zahl, aber nicht weniger aber dankbar erinnernd an den besonderen literarischen Kabarettisten und Ehrenbürger von Moers, der noch immer viele von uns inspiriert.
Hier die kleine Ansprache von Bürgermeisterin Julia Zupancic.
Sehr geehrte Frau Hüsch-von Aprath, liebe Freunde und Weggefährten von Hanns Dieter Hüsch, meine Damen und Herren, es gibt Geburtstage, da bringt man Blumen mit, gratuliert, stößt an und bleibt ein bisschen länger als geplant. Und dann gibt es Geburtstage wie diesen: stiller, leiser – aber keineswegs weniger herzlich. 101 Jahre alt wäre Hanns Dieter Hüsch heute geworden. Und ich bin sicher: Er hätte diese Zahl mit einem feinen, spitzbübischen Lächeln kommentiert – irgendwo zwischen Bescheidenheit, Schalk und dem Hinweis, dass man sich über das Älterwerden nicht beklagen sollte, solange man noch Publikum hat. Und er hat ja auch bereits zu seinem 80. Geburtstag gefordert: "Untersteht euch, es wird nichts gemacht." Darauf wollten wir als Stadtgesellschaft aber besonders im letzten Jahr nicht hören und haben zahlreiche Veranstaltungen organisiert. Dass wir uns heute wieder hier versammeln, ist ein schönes Zeichen. Es zeigt: Manche Verabredungen hält man nicht aus Pflicht, sondern aus Zuneigung und Überzeugung. Und manche Menschen bleiben so präsent, dass man eigentlich nur den Ort gewechselt hat, an dem man ihnen begegnet. Hanns Dieter Hüsch war nicht einfach nur Kabarettist. Er war ein Meister der leisen Pointe, ein Poet des Alltags und ein Menschenkenner mit dem seltenen Talent, uns zum Lachen zu bringen, ohne dabei die Würde aus dem Blick zu verlieren. Und er hat gezeigt, dass man die Welt ernst nehmen kann, ohne sich von ihr erdrücken zu lassen. Als Ehrenbürger unserer Stadt gehört Hanns Dieter Hüsch zu Moersuntrennbar dazu! Auch wenn er als großer Sohn dieser Stadt weit über sie hinausgewirkt hat. Dass wir uns Jahr für Jahr an seinem Geburtstag hier treffen, ist deshalb viel mehr als eine schöne Gewohnheit. Es ist unsere stille, herzliche und vielleicht auch ein wenig niederrheinische Art zu sagen: Du bist nicht vergessen. Im Gegenteil. Du fehlst uns – aber du bist immer noch da. In deinen Texten. In deinen Gedanken. In diesem feinen Blick auf die Welt. Und ganz sicher auch in dem kleinen Lächeln, das heute viele von uns heute zeigen.

Foto: © Klaus Janczyk, Pressestelle, Stadt Moers
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